Verlage: Geomarketing hilft bei Umstellung auf Mindestlohn

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Verlage: Umstellung auf Mindestlohns mithilfe von Geomarketing

Geomarketing Software hilft Verlagen bei der Umrechnung von Stück- auf Stundenlohn. Nur dann wissen sie, ob sie den Zustellern den Mindestlohn zahlen.

In Deutschland müssen Verlage durch die Einführung des Mindestlohns den Stück- in Stundenlohn umrechnen. Nur dann wissen sie, ob sie den Zustellern den Mindestlohn zahlen. Geomarketing und GIS (Geoinformationssystem) helfen Verlagen bei dieser Umrechnung. Die Software simuliert dazu Laufwege und Tourenzeiten der Zusteller objektiv und realitätsnah.

Seit 2015 müssen Verlage ihren Zeitungszustellern einen Mindestlohn und damit Stundenlohn zahlen. Das macht die Umrechnung des bisherigen Stücklohns auf Stundenlohn nötig. Die Verlage müssen wissen, wie viel Zeit jeder einzelne Zusteller für seine individuelle Tour benötigt. Die Zusteller selbst zu fragen, wäre eine Variante. Eine andere Möglichkeit ist, über ein Geomarketing-Tool (GIS-Software) die Laufwege der Zusteller möglichst realitätsnah zu ermitteln. Dies bildet die Basis für die Berechnung des Stundenlohns.

Die Umstellung von Stück- auf Mindestlohn für Bestandsgebiete erfolgt mit einer GIS-Software in vier Schritten

SO STELLEN VERLAGE MITTELS GEOMARKETING UND GIS AUF MINDESTLOHN UM
Die Umstellung von Stück- auf Mindestlohn für Bestandsgebiete erfolgt mit einer GIS-Software in vier Schritten.

Schritt 1: Erhebung der Tourenzeiten je Zusteller
Zunächst erheben Verlage mit der GIS-Software die Tourenzeiten. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Faktoren, wie:

  • Zurückgelegte Kilometer: Mit der GIS-Software lassen sich die Laufwege wahlweise automatisch oder manuell in der digitalen Landkarte nachzeichnen und die Kilometer berechnen.
  • Geschwindigkeit je nach Fortbewegungsmittel: zu Fuß, Fahrrad, Auto. Sollte der Zusteller mehrere Fortbewegungsmittel nutzen, wird dies berücksichtigt.
  • Anzahl der verteilten Zeitungen
  • Steckzeiten: Dauer für das Einwerfen der Zeitung und evtl. anderer Medien (z. B. Postwurf, Anzeigenblätter) in Briefkästen
  • Entfernung der Ablagestelle, an welcher der Zusteller die Zeitungen abholt

Die Ermittlung einer möglichst realistischen Tourenzeit ist fundamental. Alle folgenden Berechnungen zum Mindestlohns bauen darauf auf. Geomarketing und GIS spielen hier eine zentrale Rolle. Die GIS-Software visualisiert auf einer digitalen Landkarte (z. B. google Maps, Bing) alle Abwurfstellen sowie die Ablagestelle und den exakten Laufweg des Zustellers je Tour. Optimierungspotenziale der Zustellgebiete und Laufwege springen sofort ins Auge. Das Geomarketing-Tool berechnet die Geschwindigkeit der Zusteller. Dabei berücksichtigt die GIS-Software neben dem Fortbewegungsmittel (zu Fuß, Fahrrad, Auto) auch individuelle Faktoren. Zum Beispiel kann auf Schotterwegen nicht so schnell gefahren werden wie auf geteerten Straßen. Über die digitale Landkarte lassen sich auch Ideen für ideale Ablagestellen finden.

Schritt 2: Berechnung des Stundenlohns auf Basis der Tourenzeit
Der bisher bezahlte Lohn für eine bestimmte Tour wird durch die Tourenzeit geteilt. Es ergibt sich der Stundenlohn.
Beispiel: Ein Zusteller trägt 300 Zeitungen in 2 Stunden aus. Der Stücklohn pro Zeitung beträgt 5 Cent. Sein aktueller Lohn liegt bei 15 Euro (300 Zeitungen x 0,05 Euro). Sein Stundenlohn beträgt 7,50 Euro.
Die Lösung kann dabei natürlich auch komplexere Szenarien berechnen, wie sie häufig in der Verlags-Logistik vorkommen – z. B. individuelle Tourenzeiten abhängig vom Wochentag. Hierbei kann jeder Tag eine unterschiedliche Zusammenstellung der Materialen (Zeitungsabos, Werbemittel, Post, Resthaushaltsverteilung etc.) beinhalten.

Schritt 3: Vergleich und Überprüfung
Der über die Tourenzeiten ermittelte Stundenlohn wird mit dem Mindestlohn verglichen. Dieser Vergleich zeigt, welche Bezirke bzw. Zusteller, den Mindestlohn erreichen und welche nicht.
Vereinfachtes Beispiel: Vergleich des aktuellen Stundenlohns mit dem Mindestlohn in der Zeitungsbranche: Aktueller Stundenlohn beträgt 7,50 Euro
Mindestlohn in 2015: 6,38 Euro
Mindestlohn in 2016: 7,23 Euro
Mindestlohn ab 2017: 8,50 Euro

Schritt 4: Erreichung des Mindestlohns
Um den Mindestlohn zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder strukturiert und schneidet der Verlag die Bezirke neu. Die optimierten Zustellgebiete ermöglichen ideale und effiziente Laufwege. Oder man hebt den Stücklohn des Zustellers entsprechend an. Die Höhe der Anhebung errechnet sich wie folgt: Der Mindestlohn wird durch die Stückzahl der individuellen Tour des Zustellers geteilt. Das Delta zwischen aktuellem und auf dem Mindestlohn basierenden Stücklohn gilt es auszugleichen. In kompakten Bezirken wird der Mindestlohn oft erreicht wird. In dünn besiedelten, ländlichen Gebieten ist dies schwierig.

Beispiel
Aktuell beträgt Stücklohn pro verteilter Zeitung 0,050 Euro. Berechnung des Stücklohns nach Mindestlohn ab 2017 wäre so:
2 Stunden x 8,50 Euro = 17 Euro
17 Euro / 300 Stück = 0,056 Euro pro Zeitung
Anhebung des Stücklohns: 0,056 Euro – 0,050 Euro = 0,006 Euro.


WIRTSCHAFTLICHKEIT TROTZ MINDESTLOHN DURCH GEOMARKETING UND GIS
Das Thema Mindestlohn wird die Zeitungsbranche in den nächsten Jahren weiter verfolgen. Die Einhaltung des Mindestlohns darf Verlage nicht betriebswirtschaftlich gefährden. Gleichzeitig müssen Zeitungsabonnenten auch in dünn besiedelten Gebieten ihre Zeitung morgens pünktlich erhalten. Geomarketing und GIS-Software helfen Verlagen dieses Dilemma zu lösen. Die Umstellung von Stück- auf Mindestlohn ist nur der erste Schritt auf dem Weg, mit Geomarketing den Zustellprozess zu optimieren und möglichst effizient zu gestalten.

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