Durch den Vorgang der Geokodierung erhalten Adressen einen eindeutigen Raumbezug. Ein automatisiertes Abgleichverfahren reichert eine Eingangsadresse (Einzeladresse oder Listenverarbeitung) mit X- und Y-Koordinaten an. Die Koordinateninformation stammt aus einer Referenzdatenbank, der Abgleichprozess wird durch eine Geokodierungssoftware gesteuert. Erst durch diesen Vorgang wird eine Auswertung von adressbezogenen Information im Kontext der räumlichen Analyse möglich. Geokodierung ist somit die Grundlage für Geomarketing!


Geokodierung ist stets der erste Schritt räumlicher Analyse. Erst nachdem raumbezogene Unternehmensdaten (Filialstandorte, Immobilien, Versicherte, Händler, Kunden) als lagegenauer Punkt in der Karte erscheinen, sind weitere Analyseschritte möglich. Wie, z.B., die Verteilung von Kunden im Vertriebsgebiet, die Gesamtverteilung von Filialstandorten, Schwerpunkte von Versicherungsfällen. Ist die Lage dieser Informationen bestimmt, können erst weitere sachbezogene Inhalte analysiert werden: Umsatz- oder Schadenschwerpunkte, Penetrationsanalysen und Potenzialausschöpfung, Überprüfung von Einzugsgebieten mittels Kundenstromanalysen, u.v.m.
Im Bereich Geokodierung verwenden wir sehr häufig die hier dargestellten Methoden. Klicken Sie sich durch und informieren Sie sich über die theoretischen Grundlagen. Gerne erläutern wir auch das konkrete Vorgehen in einem persönlichen Gespräch.
Marktdurchdringung
Bei der Marktdurchringungsanalyse - auch Penetrationsanalysen genannt - geht es darum die eigenen Unternehmensdaten mit Bevölkerungs- und Wirtschaftsdaten auf räumlicher Ebene in Relation zu setzen. So werden Stärken und Schwächen eines Unternehmens auf Basis objektiver Maßzahlen kleinräumig mess- und sichtbar. Die Darstellung erfolgt auf digitalen Landkarten. Die Unternehmensdaten werden zuerst geokodiert und zumeist auch aggregiert. Die typischen Darstellungsformen sind thematische Karten und Dichteanalysen.

Nutzen:
Marktdurchringungsanalysen geben Unternehmen Antwort auf Fragen wie:
- Wo leben meine Kunden?
- Woher kommen meine Kunden, wie sieht die regionale Verteilung aus?
- Wo mache ich hohen, wo geringen Umsatz, wo sind weiße Flecken?
- Welche Zusammenhänge bestehen im umsatzstarken Gebieten?
- Inwieweit ist mein Kunden- und Absatzpotential schon ausgeschöpft?
- Wo muß gezielt mit Werbung reagiert werden?
- Wo war die letzte Werbeaktion erfolgreich?
- Hat die Werbeaktion wirklich die richtigen Plakatstandorte ausgewählt?
- Wie viele Personen wurden in der Kundenneuwerbung nicht erreicht?
- Wo wohnen die kaufkraftstärksten Zielgruppen?
- Sind Umsatzeinbrüche auf Konkurrenzstandorten zurückzuführen?
Reporting
Reporting ist die Bereitstellung aggregierter (verdichteter) Daten für beliebige räumliche Ausschnitte. Der Raum funktioniert dabei als Filter und liefert Key Performance Indikatoren, Fakten und Daten für ausgewählte Gebiete. Dieser Vorgang erfolgt automatisiert für eine Vielzahl von Gebieten.

Nutzen:
Reporting liefert Fakten um betriebliche Entscheidungen sicherer zu machen.
Standortanalyse / -bewertung
Acht von zehn Standortentscheidungen, bei denen Geomarketing-Methoden mit Geographischen Informationssystemen (GIS) zum Einsatz kommen, sind erfolgreich; ohne GIS Unterstützung nur fünf von zehn.
Dieses Resümee stammt von einem Standortplaner aus den USA, der tausende Outlets für Restaurantketten mit und ohne GIS geplant hat.
Bei der Standortplanung mit GIS werden potentielle Standorte anhand von gewichteten Standortfaktoren gegenübergestellt. Eine zentrale Rolle dabei nehmen die verfügbaren Geodaten ein: Denn eine solide Datenbasis ist die Voraussetzung für realistische und belastbare Ergebnisse.
Methodisch bedient man sich bei der GIS gestützten Standortplanung einer Reihe von Analysevarianten wie räumliche Analyse, Distanzmatrix, Erreichbarkeitsanalyse u.ä. Welche Methode konkret angewandt wird und wie die einzelnen Variablen gewichtet werden hängt einerseits von der Branche andererseits von den definierten Zielen ab.

Nutzen:
Mit GIS fischen Sie bei der Standortplanung weniger im Trüben.
Gleichgültig ob Greenfield-Analyse, POS Optimierung oder Restrukturierung: GIS unterstützte Standortplanung
- ermöglicht eine Objektivierung der Vergleichbarkeit verschiedener Standortalternativen
- beschleunigt die Entschiedungsfindung
- ermöglicht Simulationen und Szenarienbildung und hilft dadurch die entscheidungsrelevanten Parameter fein zu justieren
Wettbewerbsanalysen
Wettbewerbsanalysen kommen in der systematischen Analyse des Marktes zur Anwendung. Es werden eine Vielzahl von Methoden auf unternehmensinterne und -externe Geodaten angewendet mit dem Ziel möglichst tragfähige Aussagen über den eigenen Markt zu erhalten. Methodisch werden häufig Geodaten verschnitten (siehe auch Reiter Methoden), Bereiche berechnet und Simulationen angewendet um ein möglichst ganzheitliches Bild regionaler Absatzmärkte zu erhalten. Ziele fundierter GIS basierter Wettbewerbsanalysen sind:
- Möglichst vollständige Information über die realisierbaren Potentiale (Kunden) im Wettbewerbsgebiet zu erlangen
- Informationen über die vertrieblichen Aktivitäten der Mitbewerber zu erkennen und in ihrer Wirkung abschätzen zu können
- Eigene regionale Vertriebsaktivitäten kritisch hinterfragen und bewerten zu können
- Fakten für Entscheidungen zu Restruktierung und Expansion zu erhalten

Nutzen:
- Überblick über den eigenen Absatzmarkt erhalten
- Umfassende Informationen über Potentiale und Mitbewerber
- Raschere und sichere Entscheidungen treffen
Zielgruppenanalyse
Unter Zielgruppenanalyse verstehen wir die systematische, räumliche Analyse eines Absatzmarktes hinsichtlich charakteristischer Zielgruppeneigenschaften und -merkmalen. Methodisch wird bei der Zielgruppenanalyse (räumliche Marktsegmentierung) so vorgegangen, dass Zielgruppenmerkmale in thematischen Karten klassifiziert werden. Gebiete der höchsten oder niedrigsten Klassen bilden dann den Aktionsraum. Durch die Overlayanalyse können mehrere Zielgruppeneigenschaften miteinander verschnitten werden. Häufig werden auch Ergebnisse von Penetrationsanalysen in den Entscheidungsprozess der Marktsegmentierung aufgenommen. Zielsetzung hierbei ist es, unbearbeitete Gebiete („weiße Flecken“) zu identifizieren um dort – bei Vorliegen entsprechender Zielgruppeneigenschaften – gezielt mit Werbung zu reagieren.

Nutzen:
Die Zielgruppenanalyse ermöglicht das "Erkennen" und "Sichtbar machen" von Potenzialen. Unbearbeitete Gebiete mit entsprechenden Zielgruppeneigenschaften werden identifiziert. Die räumliche Marktsegmentierung hilft, Marketingentscheidungen sicherer zu machen.
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